Kolloquium – Heile Welt Nationalpark Harz?

Nationalparke mit ihrer Prämisse „Natur Natur sein lassen“ sind besonders wirkungsvolle Instrumente des Naturschutzes. Dennoch stellen diese Gebiete keine „Käseglocken“ dar –
auch sie sind von äußeren Einflüssen betroffen, wie z.B. Klimaveränderungen, atmosphärischen Stoffeinträgen, Einwandern von teilweise invasiven Arten inklusive pathogener Organismen.
Zudem gelten für Nationalparke nicht nur ihre eigenen gesetzlichen Regelungen, sondern sie sind in übergeordnete rechtliche Rahmenbedingungen eingebunden. Dies kann u. a. zu Zielkonflikten zwischen dem Zulassen der natürlichen Dynamik und dem Schutz nutzungsabhängiger Biotope oder Arten führen.

Der Mensch stellt die unterschiedlichsten Anforderungen an einen Nationalpark:
Während lange Zeit ruhige Erholung in schöner Natur im Vordergrund stand, verstärkt sich der Wunsch nach Events und Spaß, zunehmender Individualverkehr verlärmt die Natur. Gleichzeitig besteht Dissens in der Frage, wie die Natur rechts und links der Wege aussehen sollte – wild wie ein Nationalpark oder aufgeräumt wie die Kulturlandschaft, an die sich die Menschen gewöhnt haben?

Die Tagung „Heile Welt Nationalpark?“ widmet sich diesen drei Themenfeldern.
So analysiert die naturwissenschaftliche Forschung die Auswirkungen äußerer Einflüsse auf ausgewählte Biotope und Arten und zeigt die Grenzen der Schutzmöglichkeiten von Nationalparken auf.
Ein zweiter Vortragsblock widmet sich den rechtlichen Rahmenbedingungen und stellt an praktischen Beispielen die Frage, ob diese immer nur hilfreich sind oder auch problematisch sein können.
Die etwas provokante Frage „Mensch und Nationalpark – ein Widerspruch in sich?“ steht hinter den Vorträgen des dritten Blocks.

Wir freuen uns, wenn diese Tagung Ihr Interesse weckt und wir Sie am 9. November 2018 im Kloster Drübeck begrüßen dürfen.

Andreas Pusch

Leiter des Nationalparks Harz

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