{"id":981,"date":"2022-06-25T20:23:16","date_gmt":"2022-06-25T19:23:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nordharzev.de\/?page_id=981"},"modified":"2022-06-25T20:55:20","modified_gmt":"2022-06-25T19:55:20","slug":"exkursion-der-klusberge","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.nordharzev.de\/?page_id=981","title":{"rendered":"Zur Exkursion des Botanischen AK durch die Klusberge am 30.04.2022"},"content":{"rendered":"<p>Die s\u00fcdwestlich von Halberstadt gelegenen Klusberge fallen durch markante Sandsteinformationen auf, die gegenw\u00e4rtig von Wald umgeben sind. Vom Ausgangspunkt der Exkursion &#8211; Stra\u00dfenbahnhaltestelle Klus &#8211; sind sie nicht zu sehen. Der Weg beginnt entlang einer Kleingartenanlage in Richtung auf die Berge. Vom ehemaligen Haus des Schie\u00dfmeisters verl\u00e4uft dann ein 600 m langer Weg (eine alte Schie\u00dfbahn) nach links in \u00f6stlicher Richtung. Am Beginn des Weges liegt rechts ein Denkmal. Es erinnert an den Absturz des Riesenflugzeugs R14 im August 1917, bei dem sechs Mitglieder der Besatzung starben.<br \/>\nAm Ende des breiten Hauptweges biegen wir nach links ab und gelangen in das Wiesengel\u00e4nde des Molkenbruchs. Geologische Funde weisen es als ein Gebiet aus, das seit mehr als 7.500 Jahren besiedelt ist. Der namensgebende Molkenbach entspringt am Fu\u00df der Berge und bildete einst Seen. Dieser ist so gut wie versiegt, seit 1916 das Kluswasserwerk erbaut wurde, welches Grundwasser zur Trinkwasserversorgung entnimmt. Es arbeitet bis heute und liefert Wasser guter Qualit\u00e4t, das noch mit Wasser aus der Rappbodetalsperre vermischt wird.<\/p>\n<p><center><img src=\"wp-content\/uploads\/2022\/06\/DSC05698.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" border=\"1\" \/><\/center>Am Waldrand entlang geht es weiter in \u00f6stlicher Richtung zur Ypsilanty Quelle, die ebenfalls am Fu\u00df der Berge entspringt und eine Zeitlang einen guten \u201eSauerbrunnen\u201c lieferte. Ihren griechischen Namen erhielt die Quelle von Halberst\u00e4dtern, die mit dem Freiheitskampf der Griechen gegen die osmanische Herrschaft sympathisierten. Alexander Ypsilanty entstammt einer schon im 11. Jh. erw\u00e4hnten f\u00fcrstlichen Familie aus Trapezunt. Er war Chef eines Geheimbundes und organisierte 1821 einen Aufstand im Kampf f\u00fcr eine unabh\u00e4ngige griechische Republik. Auch diese Quelle, einst von \u201eunb\u00e4ndiger St\u00e4rke\u201c, ist seit dem Betrieb des Wasserwerks versiegt.<\/p>\n<p><center><img src=\"wp-content\/uploads\/2022\/06\/DSC05689.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" border=\"1\" \/><\/center><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>im Bild zu sehen ist das Moschuskraut (Adoxa moschatellina)<\/em><\/p>\n<p>Der Weg trifft nun auf eine Kleingartenanlage und wendet sich nach rechts den Bergen zu. Nach einem kurzen Anstieg zweigt rechter Hand ein Weg ab, der durch Mischwald direkt zum Klusfelsen f\u00fchrt. Linker Hand liegt ein durch Mountainbiker stark strapazierter Gel\u00e4ndeabschnitt. Nach wenigen 100 m kommt der Klusfelsen in Sicht. An seinem Fu\u00df befindet sich eine k\u00fcrzlich aufgestellte und durch Schnitzwerk verzierte Bank, die samt einer \u201eHexenstempelstelle\u201c in Zusammenhang mit der Buchreihe \u201eIm Schatten der Hexen\u201c der Halberst\u00e4dter Autorin K. Hotowetz steht.<\/p>\n<p><center><img src=\"wp-content\/uploads\/2022\/06\/DSC05708.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" border=\"1\" \/><\/center>Der Name Klusfelsen deutet auf eine Einsiedelei, Klause oder Klus hin. Bereits 1290 wird in einer Regensteiner Urkunde eine \u201esteinerne Klus\u201c erw\u00e4hnt. Im 15. Jh. war sie Eigentum des M\u00fcnzenbergklosters Quedlinburg. In der Kapelle sollen auch Seelenmessen stattgefunden haben. F\u00fcr die S\u00fcdseite des Bergzuges werden Weinberge und G\u00e4rten erw\u00e4hnt, ebenso Schafweiden. Im 19. Jh. wurden die weit-gehend kahlen Berge mit Kiefern aufgeforstet. Neben den H\u00f6hlen im Klusfelsen gibt es noch einige weitere H\u00f6hlen in der Umgebung. Einige von ihnen waren mit Sicherheit bewohnt.<br \/>\nDem Klusfelsen schr\u00e4g gegen\u00fcber liegt nach Norden zu ein m\u00e4chtiger Felsblock, Teufelsstuhl- oder Teufelskanzel genannt. Man hat eine gute Sicht auf ihn, wenn man einem schmalen Hangweg bergauf in westlicher Richtung ein kurzes St\u00fcck folgt. Nach wenigen Metern weiter geradeaus werden dann auch an einer Wegkreuzung die F\u00fcnf-Finger-Felsen sichtbar.<\/p>\n<p><center><img src=\"wp-content\/uploads\/2022\/06\/DSC05715.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" border=\"1\" \/><\/center>Wir nehmen nun einen Pfad leicht bergauf, der in einen Hangweg m\u00fcndet, und begehen diesen in westlicher Richtung. Dabei wird die Sch\u00e4ferh\u00f6hle und der \u201eSoldatenstein\u201c passiert, eine Felsplatte mit der Inschrift \u201eH. Wohlfeld 1914\u201c und einem Kopf mit Pickelhaube. Der Hangweg wird dann von einem schr\u00e4g verlaufenden Weg geschnitten, dem wir nach links ein St\u00fcck folgen. Ein rechts abzweigender Weg bringt uns aus dem Wald auf ein freies Gel\u00e4nde mit Wiesen und Obstplantagen. Wendet man sich nun wieder nach rechts, kommt man zum Hochbeh\u00e4lter des Kluswasserwerkes und gelangt wiederum rechts \u00fcber eine lange, steile Treppe durch den Wald zum Haus des Schie\u00dfmeisters und damit zum Ausgangspunkt der Exkursion zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Die Botanischen Errungenschaften der Exkursion k\u00f6nnen in Form einer Artenliste heruntergeladen werden:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.nordharzev.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/2022_04_30-BotAK-Klusberge-Halberstadt.pdf\" rel=\"\">2022_04_30-BotAK-Klusberge-Halberstadt<\/a><\/p>\n<p>Text: Helga Kunze<br \/>\nFotos: Dorothee Wolf-Dolata<br \/>\nBearbeitung Artenliste: Armin Hoch, Dr. Hans-Ulrich Kison, Dorothee Wolf-Dolata<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die s\u00fcdwestlich von Halberstadt gelegenen Klusberge fallen durch markante Sandsteinformationen auf, die gegenw\u00e4rtig von Wald umgeben sind. 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